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17.05.2012 (Fernweh)

Akte 20.12 beweist: Es gibt auch noch anständige Fernsehbeiträge

Ich zuckte gestern schon fast etwas zusammen, als ich von einer guten Freundin eine SMS mit dem Hinweis auf einen Beitrag im Sat1-Magazin “Akte 20.12″ bekam. Der Titel lautet vielversprechend: “Dauer-Ärger wegen Online-Buchung! Teurer Flug statt Reise-Schnäppchen”
Auweh! Gedanklich habe ich mich schon am kommenden Wochenende am Schneidetisch gesehen, um in ähnlicher Manier wie damals beim Urlaubretter von RTL oder Jo Hiller vom NDR die mentale Grütze wieder im gewohnten videographischen Stil gerade zu ziehen. Denn Akte ist schon öfters dafür in Kritik geraten, aus einer Mücke einen riesigen Elefanten zu machen. So erinnere ich mich mit großen Schrecken an den Beitrag über Sitzheizungen, die dem ahnungslosen Autofahrer spontan den Hintern abfackelten. Ja, wenn maßlose Übertreibung olympisch wäre, würde ich Akte große Chancen auf eine Medaille einräumen.

Aber jetzt kommt’s: Der Beitrag war tatsächlich gar nicht so schlecht. Online ist er noch unter diesem Link anzusehen.
Kurz zufammen gefasst werden drei Fälle von Onlinebuchungen untersucht, bei denen kräftig was schief gelaufen ist. Einmal brach der Buchungsvorgang im letzten Schritt ab, mit dem Ergebnis einer halben Flugbuchung (nur Hinflug) und einer vollen Kreditkartenbelastung. Dann gab es noch ein schwarzes Schaf im Anbieter-Dschungel, das eine Hotelbuchung ohne Wunsch des Kunden durchführte und eine sehr seltsame Stornofrist, die schon vorbei war, bevor die Buchungsbestätigung eingetroffen war.
In allen Fällen hört der Moderator den Schilderungen der betroffenen Personen nur zu und versucht eine Klärung herbeizuführen, ohne jetzt explizit einen Schuldigen zu finden.

Besonders gut fand ich jedoch das Fazit am Ende des Berichtes. Statt das Internet, bestimmte Anbieter oder Airlines zu verteufeln gibt es drei Ratschläge: Um Ärger zu vermeiden soll man jeden Buchungsschritt bewusst durchführen und nicht durchklicken. Und wenn man sich im Internet unsicher fühlt oder mit der Buchungsmaske nicht klarkommt, ist der Schritt ins Reisebüro der bessere Weg. Alternativ kann man auch gleich beim Anbieter der Reise (Tui, Neckermann, …) direkt buchen.

Deswegen an dieser Stelle noch einmal Hut ab, vor einem Fernsehbeitrag der das Thema “Reisen buchen im Internet” mal vorurteilsfrei und praxisorientiert angeht. Respekt an Akte.

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15.05.2012 (Flugzeuge, Mallorca)

Wo und wie kann man günstig am Flughafen Nürnberg parken?

So sehr ich mich auch über meine wahnsinnig günstige Reise nach Mallorca gefreut habe, umso mehr stutzte ich doch über die mehr als saftigen Parkplatzgebühren am Nürnberger Flughafen. Leider habe ich nämlich an diesem Airport überhaupt keine Erfahrungen, denn dies ist doch tatsächlich mein erste Reise, die ich in der größten Stadt Mittelfrankens starten werde. Noch dazu werde ich meinen ersten Flug mit TuiFly absolvieren! Wenn ich mir diese zwei Premieren so anschaue, muss ich mir ja gar keine Sorgen machen, dass ich zuviel reisen würde.

Aber zurück zum Thema: Bei der Suche nach einem geeigneten Plätzchen für meinen fahrbaren Untersatz über’s das Wochenende krachte mir doch das eine oder andere Mal fast die Kinnlade auf die Tischplatte: Für zwei Tage verlangt der Airport selbst auf der abgelegensten Parkfläche stolze 32€! Für drei Tage erhöht sich der (Park-)Spaß dann noch einmal auf 54€. Genau solche Tarife überzeugen mich meistens sofort, mir schleunigst eine Alternative zu suchen. Schon der Flughafen Memmingen wird mir mit seinen Parktarifen so langsam aber sicher unsympathisch. Als wir aus Brüssel zurück gekommen sind, musste ich wirklich schwer schlucken. Die Nürnberger scheinen aber überhaupt kein Maß zu kennen. Wenn die Parkpreise bald die Flugpreise übertreffen, dann läuft wirklich etwas total verkehrt.

Mein erster Gedanke war natürlich sofort die Anreise mit der Bahn. Als Kompromisslösung gibt es, ähnlich wie ein Stuttgart, auch ein nahegelegenes Park & Ride Parkhaus: Nürnberg-Herrenhütte.
Dieses Areal mit seinen angeblichen 500 Parkplätzen liegt nur zwei U-Bahn-Stationen vom Flughafen entfernt und würde seinen Zweck ideal erfüllen. Wenn da nicht ein kleines Zeitproblem auf meiner Seite wäre: Die Ankunft wird am Sonntag in der Nacht sein.
Leider wird der Nahverkehr nach Mitternacht dermaßen gedrosselt, dass ein Zug nur noch einmal pro Stunde fährt und auf ominöse Art und Weise stolze 48 Minuten für diese 2 Stationen benötigt. Entweder komme ich da mit dem VGN-Online-Fahrplan nicht ganz zurecht, oder die U-Bahn wird nachts vom Lokführer persönlich angeschoben.
An eine „komplette“ Zuganreise ist übrigens aus genau dem gleichen Grund auch keine Alternative. Mitten in der Nacht fährt einfach nichts mehr.

Und so kommt an dieser Stelle mein Aufruf an euch:
Mein Flug landet um 01:05 Uhr in der Nacht. Hat vielleicht irgendjemand einen heißen Tip wie ich der Parkplatzmafia am Nürnberger Flughafen sinnvoll entkommen kann? Oder hat vielleicht jemand die ultimative Lösung wie ich diesen Park & Ride Parkplatz trotzdem benutzen kann? Ich bin für jeden Tip dankbar!

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13.05.2012 (Mallorca)

Zack hat’s gemacht: Die nächste Reise ist gebucht!

Jaja, die guten alten Vorsätze. Irgendwie halten die auch immer kürzer.
Eigentlich (… und so fangen die meisten Sätze an, in denen gute Vorsätze mit Schwung aus dem Fenster geschmissen werden *g* …) hatten wir uns fest vorgenommen, in Sachen Reisen etwas kürzer zu treten. Jedenfalls bis unser großes “Projekt X” vollständig in trockenen Tüchern ist und auch finanziell durch meine persönliche Haushaltsplanung durch gewunken wurde. Eigentlich …

Es gibt halt Situationen im Leben, bei denen man einfach schnell handeln muss. So erwähnte Conny am Anfang des Wochenendes in einem winzig kleinen Nebensätzchen, dass sie durchaus mal wieder Bock auf ein paar Tage am Strand hätte. Bei einer solchen Satzkonstruktion fackelte ich natürlich keine einzige Mikrosekunde und erinnerte mich spontan an einen 100€-Opodo-Gutschein, den ich im Januar für 9,90€ gekauft hatte. Da eine solche Kostbarkeit auf keinen Fall verfallen darf, ging ich gleich mal im entsprechenden Portal auf die Suche und wurde tatsächlich fündig: Das kommende Pfingstwochenende versaute die Preise mal wieder gewaltig, aber eine Woche danach waren die Preise absolut im akzeptablen Rahmen. Folgendes Angebot stimulierte meinen Buchungsfinger derart, dass an einer verbindlichen Buchung kein Weg vorbei führte:

3 Tage Mallorca

Hinflug: Freitag, 15:00 Uhr
Rückflug: Sonntag, 22:00 Uhr

Hotel in S’Arenal, zwei Übernachtungen mit Halbpension
für 81€ pro Person (natürlich nach Abzug des Gutscheins)

Unter der Woche hätte man sogar noch viel krassere Preise erreichen können. Aber da die Semesterferien bei Conny leider noch ein bisschen weiter entfernt sind und in meinem Fall die Urlaubtage auch nur eine endliche Menge sind, ist ein Trip übers Wochenende die bessere Wahl. Beim Reiseziel bin ich richtig froh, dass es mal wieder Mallorca geworden ist. Aus meiner Sicht wird diese Insel oft zu unrecht als Party-Ballermann-Insel abgestempelt, obwohl sie soviel mehr zu bieten hat. Und das ist nicht das einzig gute an dieser Reise: Die Entfernung vom Flughafen zum Ort S’Arenal ist nicht nur ein Katzensprung, sondern auch theoretisch zu Fuß oder für weniger als 2€ mit dem öffentlichen Bus machbar. Kurioserweise habe ich erst nach der Buchung realisiert, dass im Angebot sogar schon ein Transfer inkludiert ist.

Wenn ihr jetzt auch spontan in Urlaubslaune gekommen seit, dann nehmt euch doch auch mal 20 Minuten für eine Recherche. Die Balearen sind vor der großen Sommerferienwelle immer extrem günstig zu haben!

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11.05.2012 (Fotografie)

Mein Statement zum Video: “Jo Hiller von NDR Markt bucht bei Ryanair | Kritik, Satire, Parodie “

Nun ist es tatsächlich schon über eine Woche her, seitdem ich mein kritisches Video über den Beitrag “Die Tricks der Reisebranche” gepostet habe. Ich hätte es selber nicht gedacht, aber dieses Video besitzt tatsächlich schon mehr als 4700 Aufrufe bei Youtube. Da dies für mich persönlich doch deutlich mehr Klicks als normal sind, schreibe ich hier noch ein paar klare Worte über diese kritische Satire aus meiner Feder.

Als erstes noch einmal der Hinweis zur rechtlichen Lage: Obwohl ich hier eindeutig Videomaterial vom NDR benutze (das Logo ist unleugbar oben rechts in der Ecke zu erkennen) ist die Verwendung der Szenen absolut legal und mein Procedere rechtlich wasserdicht. Einen großen Beitrag zu der Rechtmäßigkeit dieser Situation habe ich hier Oliver Kalkofe zu verdanken, der sich vor einer nicht gerade geringen Instanz dieses Recht erklagte. Am 13. April 2000 entschied der Bundesgerichtshof, dass eine Verwendung von Laufbildern in eigenen Werken erlaubt ist (vgl. Aktenzeichen I ZR 282/97). Bedingung hierbei ist die “Eigenständigkeit” des neuen Werkes, die zum Beispiel durch den Schnitt, eine Nachvertonung oder den Verweis auf Einzelteile des Videos erreicht werden kann. Und da habe ich schon einiges an Arbeit hinein gesteckt.
Ihr seht somit: Die Sache ist mehr als in Ordnung. Bisher hat auch weder Youtube noch der NDR einen Einspruch gegen mein Video eingelegt.

Nun aber zurück zum Thema: Hauptkritikpunkt in diesem Beitrag sind die Behauptungen, die von den Erschaffern des NDR-Berichts in den Raum gestellt werden. Auch wenn der Moderator Jo Hiller in den gesamten 45 Minuten der Originalversion sowohl als “Hauptdarsteller” als auch als Sprecher dient, bin ich mir fast sicher, dass das Gesamtkonzept nicht zu 100% seine eigene Idee war. Und genau hier haben wir den springenden Punkt: In der “Idee” (oder nennen wir das Ding einfach mal Drehbuch) dieser Reportage stand von Anfang an fest, wer am Ende als Gewinner bzw. als Buhmann dastehen soll. Womöglich wählte man sogar den Bestandteil “Billigflieger” in einem Brainstorming bewusst passend zum Titel “Die Tricks der Reisebranche” aus. Und genau so sollte eine Reportage meiner Meinung nach nicht ablaufen. Vielmehr sollte man unvoreingenommen an ein Thema heran gehen, die Herangehensweise filmisch dokumentieren und erst am Ende der Geschichte zu einem Fazit kommen.

Im Prinzip wäre ein negativer Beitrag zu dem Thema auch gar nicht so schlimm gewesen. Jeder darf schließlich seine Meinung haben und wenn nun einmal eine Person felsenfest auf ihre 20kg Gepäck besteht, so sei es ihm nicht verübelt wenn er folgerichtig einen riesigen Bogen um die Billigfliegerei macht. Allerdings handelte es sich bei dem Beitrag vom Jo Hiller um eine Extrasendung des Verbrauchermagazines “Markt”. Verbraucherschutz kann auf verschiedene Arten betrieben werden: Bei rechtswidrigen Sachverhalten ist es quasi die Pflicht einer solchen Sendung vor den jeweiligen Maschen zu warnen und die Betrüger anzuprangern. In einem solchem Fall muss aber ein strenger Maßstab angesetzt werden: Käufer müssen hierbei wirklich unverschuldet zu Schaden gekommen sein bzw. der Verdacht eines Betruges muss mehr als offensichtlich sein. Ist dies nicht der Fall, so sollten Verbrauchermagazine stattdessen Aufklärung betreiben: Stolperstufen müssen korrekt (und gerne auch mit mahnendem Unterton) aufgezeigt werden und dem Kunden sollte ein stressfreier (und evt. günstigerer) Weg hin zu seinem gewünschten Produkt oder Dienstleistung aufgezeigt werden.
Bestes Beispiel wäre hier die Steuererkläung: Auch hier ist das Ausfüllen der einzelnen Formulare relativ mühsam und fehleranfällig. Verbraucherschutzmagazine greifen hier auch oft und gerne (zum Teil sogar durch kostenpflichtige Steuerprogramme) helfend ihren Zuschauern unter die Arme, statt wild gegen das System zu wettern.

Besonders der letzte Punkt war dann der fehlende kleine Motivationsschub, der mich zum Zusammenschneiden dieses Beitrags verführt hat. Den Moderator oder auch das Team des Beitrags wollte ich übrigens nicht beleidigen. Meine zynischen Kommentare am Ende sind eher satirisch gemeint und dienen mehr der Unterhaltung. Beim Schwärzen der E-Mail-Adresse bin ich auch auf eher geteilte Rückmeldung gestoßen. Klar ist eine solche E-Mail-Adresse mittlerweile fester Bestandteil vom 90% aller Visitenkarten und der Rest hätte sich keine große Bauchschmerzen diese auf Nachfrage anzugeben. Da es sich hier aber um eine Frau handelt, die anscheinend Opfer des bösen Internets geworden ist und sich nun öffentlich im Fernsehen beschwert, ist es allerdings gleich doppelt peinlich, dass ihre persönlichen Daten über den Bildschirm flimmern. Wer genau hinschaut, sieht sogar noch ihre Telefonnummer. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die gute Frau darüber so glücklich ist.
Wäre mal interessant, was jetzt ihre nächste Handlung wird: Da sie nun im Fernsehen war, um sich über das Internet zu beschweren, müsste sie nun streng genommen ins Internet gehen und sich über das Fernsehen beschweren, das ihre persönlichen Daten rausgeschleudert hat, als sie sich dort gerade über das Internet beschwerte. Oder habe ich da einen Denkfehler? :)

Alles in Allem: Ich hoffe ihr hattet Spaß! Teilt das Video, verbreitet es weiter und vor allem: Wenn nochmal so ein Beitrag über ein ähnliches Thema oder mit ähnlichem Inhalt über die Mattscheibe flimmert, dann sagt mir sofort Bescheid.

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