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Tag 10 – Heim geht’s mit Ryanair: Von Faro zum Allgäu Airport

31.07.10 (Allgemein)



Auch der letzte Tag des Urlaubs verdient noch einen kleinen Eintrag, auch wenn dieser Tag wirklich nichts (aber auch wirklich nichts) von der Erholung der letzten Tag mit sich brachte. Der Wecker klingelte diesmal schon um 03:30 Uhr, schließlich sollte man einen Ryanair-Flug wirklich nicht verpassen.


Unser Hotel bot uns ein frühes Frühstücks-Buffet an, dessen Instant-Kaffee zwar ziemlich gräuslich schmeckte, mich aber immerhin für die Fahrt zum internationalen Flughafen von Faro weckte. Auf dem Hinflug hatten wir es verständlicherweise ziemlich eilig von dort wegzukommen, so dass ich mir das Terminal jetzt genauer anschauen konnte.

Der Flughafen von Faro ist das eigentlich Tor zur Algarve, dementsprechend starten und landen hier die etablierten Carrier genauso wie die LowCost-Flieger. Diesem Umstand haben wir es wahrscheinlich auch zu verdanken, dass unsere Handgepäckkoffer nicht gewogen wurden. Absolute Premiere, bis jetzt wurde mein Gepäck auf allen Ryanair-Flügen pingeligst gewogen.

Am meisten amüsiert habe ich mich über die ganzen Werbeplakate, die interessierte Golfspieler nach Huelva einladen. Zur Erklärung: Huelva liegt in Spanien, etwa gute 50 Kilometer von der portugiesischen Grenze entfernt. Jaja, die Spanier: Erstmal den Touri ins Ausland locken =)


Völlig verschlafen hoben wir dann gegen sieben Uhr in den wolkenlosen Himmel nur um dann im regnerischen Allgäu wieder den Boden zu berühren. Schon das zweite Mal erwischte ich einen mir sehr gut bekannten Flieger der irischen Flotte: Mit der EI-DHB flog ich im Frühjahr dieses Jahres abends von Lübeck nach London, damals der Auftakt für meinen “leicht” abgedrehten Göteborg-Trip mit doppelter Übernachtung am Flughafen in Stansted.


Zeit um ein kleines Fazit zu ziehen: Waaaaaahnsinn! Danke für den Zufall, der meine Aufmerksamkeit damals auf die Algarveküste gelenkt hat. Diese Küste, dieses Meer und dieses Land hätte ich ungern verpasst. Ein Glück haben wir uns bei der Planung der Reise nicht von den hohen Preisen verunsichern lassen: Mit ein bisschen Glück und Durchhaltevermögen bei der Hotelsuche findet man selbst in der Höchstsaison bezahlbare Angebote. Dass wir irgendwann wieder dorthin zurückkehren ist schon fest eingeplant, dann auch gerne im Frühling oder im Herbst. Deutlich günstigere Übernachtungstarife, spottbillige Flüge und ein angenehm warmes Klima werden mich sicher ein zweites Mal überzeugen.

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Tag 9 – Praia de Falésia in Olhos d’Água, Albufeira

30.07.10 (Portugal)



Dass ich den wahnsinnig umfangreichen Beitrag über Lissabon wahrscheinlich kaum toppen kann, ist mir absolut klar. Deswegen komme ich doch mal zu einer Sache, die ich euch zum Einem noch schuldig geblieben bin, und zum Anderen auch nicht wirklich umwerfend fand:
Der Strand in Olhos d’Água, der Praia de Falésia.


Ich hatte ja schon von italienischen Verhältnissen gesprochen und kann das jetzt noch einmal genauer ausführen: Ein kompletter Abschnitt ist mit Liegen reserviert, die in drei Reihen hintereinander aufgestellt sind. Die Benutzung ist zwar kostenlos (jedenfalls wollte niemand Geld von uns haben ^^), der Strand rutscht damit aber in meinen Augen deutlich unter Ramschniveau.



Gut, der Praia de Falésia besitzt angeblich eine Länge von guten acht Kilometern, und so findet man hinter der künstlichen Liegewiesenwüste auch ein paar freie Fleckchen. Wahrscheinlich ist der Strand in Wirklichkeit gar nicht so schlimm, sondern hat einfach nur keine Chance gegen den Praia de Beliche oder den Praia de Dona Ana. In Deutschland werde ich ihn sicher vermissen.



Einen positiven Eindruck haben aber die beiden Aussichtsterrassen hinterlassen, die unser Hotel oberhalb des Strandes aufgebaut hatte. Dort kann man auf (Kunst-)Ledercouchen nicht nur die komplette Küste überblicken, sondern auch die vielen Pinienbäume die sich an den ziemlich zerklüfteten Felsen festhalten.


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Tag 8 – Lissabon, Torre de Belém, Baixa, Alfama & Bairro Alta

28.07.10 (Portugal)



Erstmal sorry, dass es bis zu diesem Eintrag mal wieder zwei Tage lang dauern musste, aber diesen Artikel konnte ich gestern Abend nicht einfach mal eben schnell runter schreiben. Lissabon ist eine Stadt, die mich im positiven Sinn einfach komplett fertig gemacht hat. Wieso? Keine Ahnung!
Vielleicht lag es an den sieben Hügeln, auf denen Stadt sich am Ufer der Tejo-Mündung erstreckt und somit immer einen Berg bietet, den man entweder auf oder ab klettern muss. Es könnte aber auch an dem rutschigen Kopfsteinpflaster liegen, das mit Sicherheit 90% der Stadt bedeckt. Ein ständiger Blick auf den Boden ist ein Muss, ansonsten flutscht man leichter auf die Schnauze als man schauen kann. Ein weiterer Grund könnte die sengende Hitze sein, die uns den ganzen Tag hart an die Konditionsgrenze brachte; ein Thermometer zeigte 31,5°C, wohlgemerkt um 21:00 Uhr abends, davor war die Temperatur nur an unserem exorbitanten Wasserverbrauch zu messen.

Bevor ihr jetzt aber noch mehr Leser mit den Ausdünstungen meines Körpers vergraule, fangen wir mal um 07:10 Uhr an, als der Wecker abrupt die Nacht beendete. Man könnte sicher über den Sinn diskutieren, insgesamt gute 520 Kilometer für einen Städtetrip im Urlaub in Kauf zu nehmen… Aber für mich als Berufspendler sind solche Streckenlängen eigentlich kein großes Hindernis. Wenn man schon einmal in seinen Ferien in Portugal ist, sollte man die Hauptstadt nicht links liegen lassen. Nach gut 2,5 Stunden Fahrt mit einer schwindelerregenden Höchstgeschwindigkeit von maximal 120km/h (noch einmal die Frage: Wie schafft es dieses Land überhaupt Verkehrstote zu haben?) sahen wir am Horizont die fast exakte Kopie der Golden Gate Bridge: Die Ponte 25 de Abril, die man nach einer Mautgebühr von 1,40€ auf die nördliche Seite überqueren darf.

Wie in fast allen Städten dieser Welt ist das Auto sicherlich der bequemste und flexibelste Weg der Anreise. Schlimm wird es aber immer, wenn man sein blechernes Gefährt irgendwo parken möchte: An dieser Stelle wird es entweder abenteuerlich und nervenaufreibend oder einfach nur verdammt teuer. Da wir unsere Besichtigungstour sowieso beim Torre de Belém beginnen wollten, empfehle ich jedem Besucher sein Vehikel einfach in Belém zu parken: Kostenlose Parkplätze gibt’s hier in rauen Massen und zum Torre sind es nur wenige Minuten Fußmarsch.


Nach der Überquerung der Eisenbahnschienen steht man dann auch schon vor dem UNESCO Weltkulturerbe und Zeitzeugen der stolzen Vergangenheit Portugals, als von hier Entdecker in See stachen um neue Seerouten zu entdecken oder um sich mit dem Handel eine goldene Nase zu verdienen (hat hier jemand was von Sklavenhandel gesagt? Was? Ich sicher nicht…)


An dieser Stelle kommt nun der eigentliche Transfer in die Innenstadt von Lissabon, den man von Belém aus am besten mit der Tram 15 bewerkstelligt. Geht man von der Küste weiter nach Norden in Stadt hinein, findet man zwangsläufig irgendwo Schienen und eine Oberleitung. Folgt diesen Gleisen bis zur nächsten Station und kauft euch an einem Zeitungskiosk eine Tageskarte „7 Colinas“ für 3,75€ pro Tag plus 0,50€ einmalige Kartengebühr.

Diese Karte rechnet sich schon nach der dritten Trambahnfahrt (meistens 1,40€ Onboard-Preis) und ihr könnt alle Trams, Metros, Busse und Elevadores benutzen. Für den Fall, dass ihr länger als einen Tag in der Stadt bleibt, könnt ihr sie für 3,75€ jeden Tag neu aufladen. Mit der Tram 15 fahrt ihr dann entweder bis zum Praça do Comércio oder zum Praça da Figueira.


Im Folgenden beschreibe ich jetzt einfach mal die Tour durch die Innenstadt, wie sie wir gelaufen sind. Es gibt sicherlich noch tausend andere Möglichkeiten, seht diesen Bericht einfach mal als Inspiration:
Am Praça do Comércio verschlangen wir erstmal die erste Flasche Wasser und schwörten uns, die Fahrt in der historischen Tram 28 einfach sausen zu lassen. Die etwa 30-minütige Rüttel-Schüttelfahrt hatte unseren Mägen schwer zugesetzt, sodass wir erstmal die Schnauze voll vom öffentlichen Nahverkehr hatten. Eine willkommene Abwechslung war da das Schlendern auf der Rua da Augusta, eine riesige Fußgängerzone direkt durch die „Unterstadt“ Baixa, während der Conny schon einmal alle Shops virtuell markierte, in denen später die Kreditkarte glühen sollte.


Am Ende dieser Straße kommt man auf den großen Platz Rossio, von der wir weiter nord-östlich Richtung Martim Moniz liefen.


Neben der Schönheit dieser offenen Plätze, die mich immer wieder in südländischen, eng bebauten Städten überwältigen, hat dieser Platz noch eine weitere Besonderheit: Von hier startet die Tram 28 ihre Tour in einer Rechtsschraubenbewegung. Da aus meiner Beobachtung die meisten Touristen diese Tramfahrt eher links herum von Meer aus durch die Alfama starten, bekamen wir dank Endstation in einem fast leeren Waggon zwei herrliche Fensterplätze und bereuten es nicht, doch wieder in eine Straßenbahn gestiegen zu sein.



Der Ausstieg am Largo da Graça bietet gleich zwei große Vorteile: Erstens, man hat sich erfolgreich um die Besteigung eines Berges gedrückt und zum zweiten hat man Zugang zu mehreren wunderbaren Aussichtspunkten mit Blick über die komplette Unterstadt, das Bairro Alto und den Burgberg mit dem Castelo.



Die oberen Bilder sind übrigens vom Miradouro de São Pedro de Alcântara mit verdammt kleinen Brennweiten (:D) entstanden. Bergauf und bergab kraxelten wir dann auf der Rua da Castelo rund um die Burg, um dann nach einer guten halben Stunde vor dem Ticketshop des Castelos zu stehen. Etwas fertig vom langen Fußmarsch traf mich fast der Schlag, als wir pro Person 7€ Eintritt für die Überreste der Verteidigungsanlage abdrücken sollten. Ok, nennt uns Geizhälse aber ich zahle keinen Eintritt für einen weiteren Aussichtspunkt. Das Castelo sieht man sowieso am besten von außen.



Per pedes erreichten wir dann noch einen weiteren Aussichtspunkt, den Miradouro de Santa Luzia, von dem aus der Hafen mit seinen Containerschiffen und unser nächstes Ziel, die Alfama, wunderbar überblickt werden können. Rein wassertechnisch waren wir noch besser ausgerüstet als so manch anderer Tourist, der sich im Schweiße seine Dehydration einfach den Schlauch eines Rasensprengers an den Mund hielt. :D



Ein gut gemeinter Rat zur Alfama: Schmeißt eure Karten weg und probiert erst gar nicht euch zurecht zu finden. Nicht einmal ein Einheimischer kennt sich in diesem Labyrinth aus und logische Orientierungshilfen wie Straßennahmen oder Plätze gibt es nicht.
Wir starteten „oben“, unser Ziel war „unten“. Dementsprechend nahmen wir einfach immer einen Weg, der uns gefiel und irgendwie abwärts führte. Durch die enge Bebauung ist dieses Chaos-Viertel auch deutlich kühler, soll laut dem LP aber nachts nichts für ängstliche Zeitgenossen sein.


Unsere Planung ging auf, so dass wir am Ende unserer ersten Rundtour wieder am Praça do Comércio standen. An dieser Stelle unterbrachen wir die Sightseeingtour für eine Weile, denn Conny übernahm das Ruder und führte uns durch mehrere Läden an der Rua Augusta. Ein Bericht auf ihrem Blog darf schon einmal voller Vorfreude erwartet werden!
Nach kurzer Aufstockung unserer Flüssigkeitsvorräte brachen wir zu einem Meisterwerk des Städtebaus auf: Der Elevador de Santa Justa, erbaut 1902 von einem Schüler Gustav Eiffels. So langsam wundere ich mich wirklich nicht mehr über den Einsatz einer Rolltreppe am Strand von Albufeira. Entferntes Vorbild dürfte hier sicher Lissabon sein, das ganze Stadtviertel mit einem Senkrecht-Aufzug verbindet.


Der normale Fahrpreis beläuft sich auf halsbrecherische 2,30€ oneway, bei der „7 Colinas“-Karte ist die Benutzung aber schon inbegriffen. Eine kleine Wartezeit sollte man trotzdem einkalkulieren, gerade wenn die Leute abends ins Bairro Alto strömen. Auf dem Dach des Aufzugs befindet sich ein weiterer Aussichtspunkt, von dem der ambitionierte Fotograf gerade am frühen Nachmittag die perfekten Lichtverhältnisse genießen kann. Besonders gut kann man auch die Kathedrale zwischen dem Burgberg und der Alfama erkennen. Nach dem Sieg der Christen über die Mauren legte man die Moschee in Schutt und Asche und baute eine riesige Kirche auf diesen Platz. Tja, so sah Toleranz damals aus ^^


Direkt neben dem Aufzug sind die noch die Ruinen des Convento do Carmo zu sehen, einem bewusst erhaltenen Bauwerk, dass dem verheerenden Erdbeben von 1755 in großen Teilen zum Opfer fiel. Die tief katholische Bevölkerung war damals besonders geschockt, als diese „Gottesstrafe“ damals während einer Messe ein Großteil der Einwohner tötete und fast alle Kirchen komplett zerstörte, das Rotlichtviertel aber fast komplett verschonte.

Natürlich war es noch viel zu früh um das ausgelassene Nachtleben des Bairro Alto zu erleben. Das ist eben eines der Opfer, die man bringen muss, wenn man nur einen Tag in dieser herrlichen Metropole bleiben darf. Aber prinzipiell glaube ich den hunderttausenden Quellen, die berichten, dass hier nachts der Bär tobt.



Die untergehende Sonne brachte zwar die gewünschte Abkühlung, erinnerte uns aber auch an den bevorstehenden Abschied. Einmal den Abschied von Lissabon und natürlich auch von Portugal, denn heute ist unser letzter Tag, und schon morgen werden wir in aller Frühe unseren Flieger zurück ins Allgäu satteln.


Mit einem letzten Blick auf die Ponte 25 de Abril verabschiede ich mich mal für diesen Beitrag, der mal wieder viiiiel zu lang geworden ist. Aber ich wollte euch weder mit einer Textwüste noch einer Bilderflut dieser herrlichen Stadt überlassen.
Ich glaube Lissabon ist eine dieser Städte, in die ich noch oft fahren will und werde. Nur um wahrscheinlich die gleiche Tour genau noch einmal so zu unternehmen …

… um mir am Ende zu wünschen, ich hätte doch vier Wasserflaschen mehr mitnehmen müssen :)

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Tag 7 – Sandskulpturen Festival FIESA in Pêra & Albufeira

26.07.10 (Portugal)



Den Eintrag über Tag 6 sucht man bis jetzt noch vergebens, denn eigentlich ist an diesem Tag nichts passiert außer unser Transfer von Lagos nach Albufeira. Und wer braucht schon Bilder von uns in einem verdammt heißen Auto :)
Die Küste von Lagos fehlt mir jetzt doch schon ein bisschen, Albufeira wirkt nicht ganz so dramatisch und auch die Strände nehmen italienischere Züge an: Liegestühle im Schachbrettmuster und geschätzte hunderttausend Touristen mehr als damals am Praia de Beliche.

Leider gibt es auch einen Ausfall zu beklagen: Ich habe es heute erfolgreich geschafft gleich beide meine Flipflops mit einem Liegestuhl kaputt zu machen. Zum Strand und unserem neuen Hotel gibt es später mehr, denn heute folgte erstmal unser Ausflug nach Pêra.
Pêra? Ja, selbst unser LP ignoriert diese Stadt komplett und stempelt sie als Wohnort der Einheimischen ab, wenn da nicht der/die/das FIESA wäre.


Hierbei handelt es sich um das Festival Internacional De Escultura Em Airea. Ich hatte schon öfter Reportagen über Künstler gesehen, die ganze Städte oder Skulpturen aus Sand bauen, also fackelten wir nicht lange als wir eine Anzeige über eine ganze „Weltmeisterschaft“ in dieser Kunst ausgeschildert sahen.





Ich würde dieses „Outdoor-Museum“ absolut weiter empfehlen. Es handelt sich hier definitiv nicht um Tourinepp sondern in meinen Augen um echte Kunst. Schlimm und ziemlich ekelhaft dürfte die Sache aber bei Regen werden ^^

Zum Abendessen machten wir uns in das 8km entfernte „centro antigo“ von Albufeira auf. Leider praktiziert unser Hotel nämlich den gleichen Etikettenschwindel wie Ryanair und verkauft ein kleines Nebenkaff als „Olhos de Água – Albufeira“. Was solls, wir haben ja ein Auto.




Wer in Albufeira keine Bar nach seinem Geschmack findet, muss meiner Meinung nach blind und gleichzeitig taub sein. Der einheimische Flair eines portugiesischen Fischerdorfs ist damit zwar garantiert verloren gegangen, im Prinzip ist die ganze Stadt eine einzige riesige Partymeile mit Restaurants und Bars am laufenden Band.
Achja, man scheint sich hier „sehr“ auf Touristen eingestellt haben: Sowohl in Lagos als auch in Albufeira liefen zwielichtige Gestalten zielstrebig auf uns zu und wollten uns nuschelnd Kokain oder Heroin verkaufen.





Als absolutes Highlight würde ich die beiden Rolltreppen direkt am Strand „Praia dos Pescadores“ unter offenem Himmel betrachten, die auf die benachbarten Berg zum oberen Teil der Stadt führen. Das habe ich wirklich noch nirgendwo gesehen.

Im Moment freue ich mich total auf den morgigen Tag: Endlich wird es Lissabon gehen! Etwas nervig zwar, dass wir und für morgen ein verdammt frühen Wecker stellen müssen, aber was tut man nicht alles für einen Städtetrip im Urlaub.

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Tag 5 – Castelo de Silves, Hinterland der portugiesischen Algarve

24.07.10 (Portugal)



Ein großer Teil des BIP von Portugal spülen die Touristen in die manchmal etwas maroden Staatskassen. Leider tummelt sich die Masse der sonnenhungrigen Gäste zu Recht an den unvergleichlichen Stränden, und nicht im Hinterland. Irgendwie nachvollziehbar, schließe wohne ich ja den Rest des Jahres im Hinterland Deutschlands, ohne direkten Zugang zum Meer.
Da ich aber auch von LP auf fast jeder Seite ermahnt wurde, ein Land nicht auf seine Küsten zu reduzieren, planten wir für heute einen Ausflug nach Silves.




Xelb, wie Silves noch im 12. Jahrhundert hieß, konkurrierte damals sogar mit Lissabon und besaß einen eigenen Hafen am Rio Arade. Leider hatte die Stadt nicht wirklich viel Glück und wurde mehrmals belagert und komplett zerstört. Das große Erdbeben gab der Stadt dann den Rest.



Heute ist Silves nicht viel mehr als ein kleines verschlafenes Städtchen mit sehr steilen, verwinkelten Gässchen und ein, zwei nett hergerichteten Plätzen. Ausserdem lässt sich das wahrscheinlich besterhaltenen Kastell der Region besichtigen. Leider trafen wir ganze zehn Minuten zu spät ein: Ab 18:30 Uhr werden keine Besucher mehr in die Verteidigungsanlage gelassen. Naja, wir machten das Beste daraus und liefen einmal komplett durch das kleine Dorf und fotografierten die Festungsmauer von unten.




Der Zustand vieler Häuser hinterlässt doch einen sehr traurigen Geschmack. Nicht nur an den Straßen, sondern auch in diesem Ort findet man viele Gebäude mit zugemauerten oder vernagelten Türen und Fenster. Bei vielen ist das Dach schon halb eingebrochen oder neigt sich stark nach unten. Manche Anwesen sind komplett zusammen gefallen und liegen brach.

Ein kleines Wort noch zu den portugiesischen Autofahrern: Mir ist es absolut schleierhaft wie dieses Land eine so große Anzahl an Verkehrstoten haben kann. Der Autofahrer unterbietet die Höchstgeschwindigkeit hier grundsätzlich um mindestens 20km/h und eine schnelle Beschleunigung wird als Zumutung empfunden. Wenn man mit einem winzigen Hyundai i10 an fast jedem vorbei brettert, fühlt man sich wirklich wie der letzte Raser.

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Tag 4 – Cabo de São Vicente, Praia de Beliche, Sagres & Portimão

23.07.10 (Portugal)



Ja, gut. Eigentlich hatten wir ja vor, uns im Sommerurlaub mal möglichst wenig von der Stelle zu bewegen und den ganzen Tag am Strand zu legen. War ja klar, dass wir spätestens am dritten Tag rückfällig wurden und eine der örtlichen Sehenswürdigkeiten ansteuerten: Das Cabo de São Vicente:





In allen erdenklichen Berichten wird zwar die Bedeutung dieses Ortes als südwestlichster Punkt Europas hervorgehoben, allerdings nur mit dem Hinweis auf die Horden an Touristen, die in unzähligen Reisebussen aus der ganzen Algarve, ach was sage ich, aus ganz Südeuropa angekarrt werden.
Aus diesem Grund klingelte unser Wecker heute morgen etwas früher (wohlgemerkt im Urlaub!) und gab uns einen kleinen Zeitvorsprung vor verwöhnten AI-Touristen, die sich so früh sicher nicht aus dem Bett schälen.
Das Ergebnis war ein fast komplett leeres Kap, nur mit den üblichen fliegenden Händlern, die den Inhalt der Touristengeldbeutel gegen wertloses Gerümpel tauschen wollen:


Kurz vor 09:30 rollte dann pünktlich der erste Massentransporter Reisebusse an und gab uns das Zeichen schnellstmöglich zu verschwinden. Der Wind bließ sowieso so kalt, dass wir keine Wurzeln schlagen wollten.
Stattdessen wollten wir einen weiteren Strand erforschen, den Tomasz vom Blog Toureuropan als „Traumstrand“ betitelte. Um das zu überprüfen ging es auf zum Praia de Beliche:






Hola, die Waldfee! Hier lässt es sich wirklich aushalten. Am Anfang mussten wir uns den Strand vielleicht mit vier weiteren Personen teilen und es blieb bis Mittag fast so leer.
Eine kleine Höhle direkt neben dem Strand in westlicher Richtung musste natürlich auch noch erforscht werden. Auch wenn meine Kamera diesen Versuch fast mit dem Wassertod bezahlt hätte.


Den Heimweg treten wir dann pünktlich zur Siesta an, natürlich nicht ohne das kleine Kastell von Sagres noch mitzunehmen. Hier bewies man sich beim Bau als besonders sparsam: Statt vier Mauern gibt’s nur eine, nämlich zur Landseite der Steilküste. Von den anderen drei Seiten wird schon niemand die zehn Meter Küste hochklettern :D


Die allabendliche Städteerkundung praktizierten wir dieses Mal ungefähr 30 Kilometer weiter östlich an der Küste in Portimão. Obwohl das kleine Städtchen ungefähr doppelt so viele Einwohner wie Lagos hat, ist der Stadtkern deutlich kleiner und auch das Angebot an Restaurants oder Shoppingmöglichkeiten hält sich in Grenzen.



Umso schöner ist aber der Hafen mit seinen kleinen Booten und Jachten und die passende Promenade entlang des Rio Arade, der dort in den Atlantik mündet. An einem kleinen Park fanden wir dann noch gescheiten Steaklieferanten passend zu unserem Heißhunger ^^



Vielleicht liegt die niedrige Touridichte in Portimao aber auch an der Touristenhochburg Praia da Rocha. Man darf sich hier eine künstliche Stadt nur aus Geschäften und hohen Hotelburgen vorstellen, von Urlaubern für Urlaubern. Kein Wunder also, das Portimao von Vielen auf der Durchreise links liegen gelassen wird. Eigentlich zu unrecht =)

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Tag 3 – Bootstour durch die Grotten der Algarveküste und wieder mal Lagos

22.07.10 (Portugal)



Auch wenn es gestern schon einen Vorgeschmack über die Steilküsten hier in Portugal gab, muss ich einfach noch ein paar Bilder posten. Es gibt bisher wirklich wenige Strände, die mich so faszinieren, wie diese hier.




Heute morgen sind wir extra ein bisschen früher aufstanden um diese Fotos zu schießen. Hat sich gelohnt: Außer uns waren vielleicht noch zwei weitere Touristen da, der Rest schlief noch brav.
Da die Größe der Felsen auf den Fotos wahrscheinlich gar nicht so richtig ‘rüber kommt, habe ich mal Conny mit ihren 1,75m daneben gestellt. Imposant, oder? :D


Als weiteres Highlight wollten wir uns dann noch den Strand vom Wasser aus ansehen. Der Preis für eine Bootstour um die Klippen und durch die Grotten hindurch ist zwar ziemlich happig, aber diese Fotos sind es definitiv wert.












Nicht das es gestern wirklich kalt gewesen war, aber nach einem ganzen Tag in sengender Hitze am Meer fühlt sich eine abendliche Brise einfach unangenehm an. Deswegen beschlossen wir heute etwas früher nach Lagos zu gehen, um in der Fußgängerzone noch ein wenig bummeln.



Ab dem Unterschreiten einer gewissen Temperaturschwelle gönnten wir uns dann unser wohl verdientes Abendessen.

Morgen wird hoffentlich noch einmal unser winziger Hyundai zum Einsatz kommen, denn das Ende der Welt rückt näher. Naja, im übertragenen Sinn jedenfalls, denn wir wollen morgen das Caba da Sao Vincente in Angriff nehmen.

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Tag 2 – Chillen am Praia Dona Ana und Fischessen in Lagos

21.07.10 (Portugal)



So, beginnen wir diesen Eintrag doch mal heute mit einer groben Orientierung. Wo genau sind wir eigentlich?

Achja, wir befinden uns an der Algarveküste. Hier mal für alle Noch-Ahnungslosen ein kleiner Eindruck, was diese Küste so besonders macht:



Bisher habe ich kenne ich wirklich wenig Steilküsten wie diese. Spontan fällt mir da höchstens der Westen von Fuerteventura oder Helgoland ein, doch an dieser Atmosphäre beißen sich beide die Zähne aus: Es ist einfach nur Wahnsinn zwischen riesigen Felsen eine Treppe zu einem herrlichen Sandstrand herabzusteigen.




Auf den ersten Blick fällt jedoch schnell auf, dass unser Hausstrand „Praia Dona Ana“ wirklich kein Geheimtip mehr ist. Trotz Hochsaison haben wir aber ein kleines Plätzchen gefunden, die Überfüllung hält sich noch knapp unter italienischen Verhältnissen. Wer es ein bisschen einsamer möchte kann auch noch die Bucht neben unserem Strand besuchen.
Hierzu muss man einfach nur um den großen Felsen schwimmen und schon steht man auf einem Strand, der nur vom Meer aus erreicht werden kann.

Pünktlich zum knurrenden Magen brachen wir dann abends in das Stadtzentrum von Lagos auf.





Zu Fuß ist die Hauptschlagader „Avendia dos Descobrimentos“ schnell erreicht, so dass wir uns in der Fußgängerzone rund um den Praca Gil Eanes ein leckeres Restaurant gesucht hatten. Obwohl wir heute morgen schon das Nötigste im örtlichen Supermarkt tankten, hatten wir so richtig Hunger auf Fisch.
Et voilá:

Die Temperaturen sollte man übrigens weder unter- noch überschätzen: Tagsüber brennt die Sonne wahnsinnig heiß von oben, der Atlantik selber ist aber deutlich kälter als das Mittelmeer. Sobald dann abends die Sonne hinter den Häusern verschwindet, kühlt der Meereswind die Luft schnell wieder ab. Daran müssen wir uns wohl noch gewöhnen :D

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Tag 1 – Flug mit Ryanair von Memmingen nach Faro

21.07.10 (Allgemein)



Eigentlich bestand der erste Tag wirklich nur aus dem Transfer, denn erst am späten Nachmittag sattelten wir uns unser Cabrio (das wir mangels Koffer im Kofferraum nicht öffnen konnten, *grrr*) und fuhren von München aus Richtung Memmingen.

Die Parksituation im Allgäu ist mal wieder hart an ihrer Kapazitätsgrenze. Nur mit großer Mühe konnten wir uns den letzten (sorry :D ) Parkplatz auf P4 sichern. So sind wenigstens nur 40€ für zehn Tage fällig. Auf dem noch recht leeren P2 hätte der Spaß schon 15€ mehr gekostet.

Mit großem Bammel gab ich zum ersten Mal einen Koffer bei Ryanair auf. Bei uns klappte alles gut, wir hatten die erlaubten 15kg mehrmals mit der Waage gegen gecheckt. Nur links und rechts von uns ging das Gejammer wieder los: „Wie? Koffer muss man dazu buchen? Hä? Wieso denn 15kg und nicht 20kg. Ja das bisschen Übergepäck, jetzt sind’se mal nich’ so! 40 EURO?! Sie spinnen doch!“

Die letzte Stunde vorm Einchecken verbrachten wir dann chillend draussen neben dem Terminal. So kann der Urlaub doch anfangen =) Nicht so, wie damals in Girona, als wir von den Wiesen neben dem Flughafen weg gescheucht wurden.


Innendrin zeigten sich auch wieder ein paar Neuerungen, seit unserem letztem Abflug. Der obere Stock ist jetzt komplett fertig und glänzt mit Ledercouchen und einem Coffee Fellows. Unten ist der Biergarten jetzt hinter der Sicherheitskontrolle. Sehr gute Lösung!


Der Abflug und Flug selber waren ryanairtypisch absolut in Ordnung. Ausser einer Stewardess, die die unvermeidbaren Durchsagen in einer ohrenbetäubenden Lautstärke ins Mikro brüllte.




Die Landung selber fand über undefinierbaren Bewuchs im Wasser statt. Es erinnerte mich fast an einen Mangrovenwald.




Der nächste Schritt war dann noch die Abholung unseres Mietwagens der Mini-Mikro-Winzi-Klasse. In unserem nagelneuen Huyndai (verdammt, wie schreibt man diese Marke?!) ging es dann ins etwa 60km entfernte Lagos, wo wir nur noch tot ins Bett fielen. Die Reise war doch ein bisschen anstrengender, als ich dachte ^^

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Wir sehen uns an der Algarveküste in Portugal!

19.07.10 (Portugal)



Ein kleiner Abschiedseintrag darf noch kurz vorm dem Abflug sein, denn bald geht’s ab an die Algarve. Das Ganze wird zwar morgen etwas komisch, denn normalerweise stehe ich für solche Trips immer zu unchristlichen Zeiten auf, um möglichst viel von Tag/Wochenende genießen zu können. Ganz konträr dazu verlassen wir erst Dienstag abends unser Heimatland um dann kurz vor Mitternacht in Portugal zu landen.

Nach gut einem Jahr wird es hoffentlich auch wieder Live-Berichte geben. Das letzte Mal konnten wir euch in Italien direkt mit Bildern versorgen, bei den ganzen anderen, kurzen Trips machte das ja auch herzlich wenig Sinn. Wenn alles mit der Internetverbindung vor Ort klappt, wird niemand 10 Tage warten müssen, bis er endlich Fotos von Sonne, Meer und Steilküsten sieht.

In diesem Sinne, wir melden uns mal wieder ab!

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