Hauptseite | Oktober 2007 »

Juni 2007 Archive

26.06.07

6 - Nachtfotos und der Flughafen von Puerto del Rosario

Nach den doch sehr abenteuerreichen Tagen, sind meine letzten zwei Tagen eher recht schnell erzählt.
Ich hab wieder viel Beachvolleyball gespielt und ausserdem verbotener Weise, die Baustelle des 5-Sterne Hotels, die während meines ganzen Urlaubs brach lag, besucht. Es lagen zwar überall rostige Nägel herum, aber was gibt man nicht alles für einen Blick auf Meer vom Dach eines späteren Luxushotels.
Eine "besondere" Nacht hatte ich noch: Die Nachtaufnahmefunktion meiner Kamera habe ich ja schon immer geliebt, also soll sie auch mal in Fuerte zeigen was sie kann. Ich lass die Bilder mal einfach so kommentarlos stehen:

08190085.JPG08190089.JPG08190091.JPG08190093.JPG08190098.JPG

Am letzten Tag hab ich dann noch zwei Schweizerinnen getroffen. Mit ihnen hab ich dann nochmal die Umgebung abgesucht und schließlich auch noch den großen Berg ein drittes Mal erklommen.
Respekt an die beiden Damen, dass die das mitgemacht haben.
Abends gab es dann noch eine Flamenco-Show. Die örtliche Disko konnte man getrost in die Tonne kloppen. Hier gab sich der Resident-DJ die größte Mühe den Crazy-Frog aufzulegen, während im Hintergrund auf einem Leinwand Fußballspiele übertragen wurden. Die Tanzfläche war überflutet mit Kleinkindern.
Einen kleinen Rundgang über die Anlage gabs dann doch noch für mich, hier mal noch eine Auswahl an Fotos, die etwas genauer zeigen, wo ich Urlaub gemacht habe:

08200011.JPG08200012.JPG08200014.JPG08200017.JPG08200019.JPG08200022.JPG

Am letzten Tag hab ich dann lange geschlafen und erst nach dem Frühstück zusammengepackt. Mein Flugzeug startet erst gegen 14 Uhr, so dass ich mehr als genug Zeit hatte. Sehr traurig bin ich dann in den Bus gestiegen und zum Flughafen gefahren. Es war eine wundervolle Zeit auf der Insel, und das erste Mal, dass ich so weit südlich auf der Erdkugel war.
Der Flughafen wird mir natürlich immer in bester Errinerung bleiben. Schließlich weiß ich jetzt wo die ganzen alten LKWs aus Deutschland hinkommen, wenn sie bei uns durch den TÜV fallen, schaut selber:

08210014.JPG08210020.JPG08210021.JPG

Am Flughafen angekommen wurde ich gleich von meinen Eltern begrüßt.

Fazit:

Das Fuerteventura ein Besuch wert ist, muss ich ja eigentlich gar nicht erwähnen. Die Insel ist ganz anders, als alles Andere was ich bereits gesehen habe. Die Kargheit, die einen im ersten Moment am Flughafen richtig erschreckt, will man nach kürzester Zeit nicht mehr hergeben. Die Insel bietet so viel, dass ich es fast bereue nicht noch eine Woche länger dagewesen zu sein. Denn die großen "Zentren" habe ich eigentlich gar nicht gesehen: Jandia/Morro Jable und Corralejo. Puerte del Rosaria habe ich auch nur von Flugzeug aus gesehen. Eigentlich schade. Natürlich ist mir auch klar, dass das was ich weggelassen habe, die Touri-Orte sind. Gerade durch Hotelbunker und Bettenburgen wurden manche Orte der Insel ziemlich verschandelt, habe ich mir sagen lassen.

Die "American Star" ist ja mittlerweile endgültig versunken. Somit ist mein ursprünglicher Anreiz weg. Trotzdem würde ich immer wieder kommen, weil die Insel viel mehr ist, als nur der zufällige Strandungspunkt eines ehemaligen Luxusliners.

phil

5 - Fahrradtour auf Fuerteventura - Müsste das nicht irgendwann mal bergab gehen?

Total platt nach knappen 200km quer über die Insel, gings am nächsten Tag mal ganz ruhig los.

Fast schon enttäuscht war ich, als ich morgens aufstand, und dicke Wolken die Sonne verdeckten. Naja... dicke Wolken,. Ansichtssache, jedenfalls wars nicht ganz so heiß wie am Tag zuvor. Eigentlich doch sehr schade, denn durch den Wind kommt es einem einfach kälter vor (oh mein Gott, ich glaub ich mecker grad über 25°C, wie tief kann man sinken...). Am Meer hab ich es dann den ganzen Vormittag ausgehalten:
Ein gutes Buch hatte ich mir ja extra mitgebracht, es jedoch durch meine ganze Wanderausflüge, Autotrips und Sportevents aber mehr oder weniger links liegen lassen (Zwei Seiten abends zählen nicht!). Aber nachmittags hats mich dann einfach nicht mehr am Strand gehalten.
Schließlich konnte man sich Fahrräder ausleihen und die Insel so ein bisschen unsicherer machen. Mein Reiseführer sprach ausserem von einen traumhaften Geheimplatz, einem Leuchtturm direkt an der Ostspitze der Insel, dem Punto del entallada. Der Blick soll traumhaft sein, die Aussicht grandios und das Gefühl dort zu stehen, soll Leonardos "Ich bin der König der Welt" in den Schatten stellen. Na, worauf hab ich denn eigentlich gewartet? Nix wie los!

08190012.JPG

Bike ausgeliehen (Ich glaub' ich hab 5€ fürn Tag gezahlt) Wasser eingepackt, und los gehts. Zuerst nach Las Playitas rein, und dann kurz vor dem Ortsausgang scharf nach links ins ... naja, sagen wirs mal so: Ins Nirgendwo abgebogen.
Die Straße führte direkt auf einen Berg, laut meinem Reiseführer der richtige Weg. Ich hatte mir eigentlich vorgestellt, dass ich über das Gebirge radele um am anderen Ende wieder zum Meer zurück zukommen, schließlich stellte ich mir den Leuchtturm am Strand vor. *hust*

08190008.JPG08190001.JPG08190007.JPG

Ganz tolle Vorstellung, hatte nur leider nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Es ging einfach nur steil nach oben. Immer. Ich glaube ich bin locker eine Stunde einfach nur bergauf gefahren. Aus meinem Wandertrip nach Gran Tarajal hatte ich auch nichts gelernt. Ich hatte mal wieder nur 3 Liter Wasser dabei, das schlechte Wetter hatte ich einfach unterschätzt.
So kalt war es eigentlich nicht, ums genau zu sagen, es wurde richtig schön sonnig. Und ich mit dem Fahrrad den Berg rauf. Ganz tolle Wurst. Mein Wasser hatte ich auf dem ganzen Hinweg schon verbraucht, die Intervalle zwischen den Pausen wurden immer kürzer und zu allem Überfluss kam auch noch ein richtig fieser, finaler Anstieg dazu: Ich war einfach fix und fertig.
Unterwegs wurde ich öfters von Einheimischen in ihren Jeeps angefeuert. Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, am Ende auf eine kleine Siedlung zu treffen, oder immerhin einen Leuchtturmwächter, der mir mal kräftig auf die Schulter klopft. Pustekuchen. Das Klopfen durfte ich selber übernehmen, daoben war keine Menschseele:

08190018.JPG

Nachdem ich knappe 5 Minuten gebraucht hatte um wieder zu Atem zu kommen, konnte ich den Blick endlich genießen. Und was soll ich euch sagen: Der Wahnsinn! Ich lass einfach mal Bilder sprechen. Aber ich glaube ,dass nichtmal die den wahnsinnigen Blick von der oben auch nur im Ansatz erahnen lassen:

08190023.JPG08190027.JPG08190028.JPG08190039.JPG

Auf den Weg zurück hatte ich mich irgendwie gefreut. Na klar, was kommt nach einer Stunde bergauf? 20 Minuten bergab, oder?
Meine Freude erlitt bald einen herben Dämpfer. Meine Bremsen bremsten sich heiß, so dass ich immer wieder Pausen machen müsste, bzw. an nicht ganz so steilen Strecken einfach laufen lies.
Die Bremsleistung war wirklich mieserabel. Jetzt können wir mal wieder über die 5€ diskutieren *g* Angekommen bin ich dann aber doch noch an einem Stück. Natürlich konnte auch ich es mir nicht nehmen lassen, die zwei Radfahrer die mir entgegen kamen kräftig anzufeuern, gleiches Recht für alle ^^

Unten angekommen, habe ich dann nach fünf Tagen meinen Urlaubsort Las Playitas genauer unter die Lupe genommen. Alle anderen Gäste, die ich so kennengelernt habe, waren fast jeden Tag dort.
Der Ort ist mit dem Hotel auch direkt durch den Strand verbunden, so dass man wunderbar am Strand rüberlaufen konnte. Ich hab mich mal auf den kleine Hafenmole gesetzt und ein bisschen rumgeknipst. Zu einem Gespräch waren die Einheimischen nicht zu überreden, die wollten mich eher komplett ins Wasser schmeissen, was ich mal dank meinem Fahrrad und meiner Kamera dankend abgelehnt hatte. Aber die Bilder gibts trotzdem:

08190052.JPG08190056.JPG08190059.JPG08190067.JPG08190068.JPG

Tja, und dann war ich ja schon an meinem Hotel, und hatte immer das Fahrrad in den Händen. Und was macht man so, wenn man für den Drahtesel bezahlt hat und ihn eigentlich gar nicht hergeben will?
Richtig, man gurkt noch irgendwo rum. Nur wo? Im Ort war ich schon. Punto del entallada hatte ich auch schon erklommen. Bleibt ja quasi nur noch das Berg, den ich am zweiten Tag rüber nach Gran Tarajal gelaufen bin. Warum also nicht. ^^

Was ich da gemacht habe, war eigentlich sau gefährlich.
Einen direkten Weg gab es nicht, der Berg war absolut nicht befestigt, und das Fahrrad musste ich öfters mal auf den Rücken nehmen. Einen richtigen Weg gab es in dem Sinne gar nicht. Es gab nur gefährliche Stellen, und den Rest. Trotzdem war es ein wahnsinniges Gefühl auf dem Gipfel ein keines bisschen herum zu fahren, und natürlich später große Teile auch wieder hinabzufahren (ums runtertragen bin ich leider nicht ganz rumgekommen). Bilder gibts natürlich auch von der Aktion.

08190072.JPG08190073.JPG08190077.JPG

Am nächsten Morgen war natürlich das Gemurmel beim Frühstück groß. Einige Urlauber schworen einen Fahrradfahrer auf dem Berg neben dem Hotel gesehen zu haben. Es soll sogar bis auf den "Gipfel" gefahren sein. Ich hab einfach nur geschmunzelt, sowas kann ich mir beim besten Willen einfach nicht vorstellen. *g*

Weiter mit 6

4 - American Star, Schiffwrack vor den kanarischen Inseln

Holla die Waldfee, auf diesen Tag hatte ich mich schon seit meiner Abreise gefreut.
Ich würde endlich das Schiff, die "American Star" sehen, und zwar so ziemlich genau auf den letzten Drücker.
Denn wie man mir bei einem Gespräch in Gran Tarajal mitteilte (bzw. versuchte) würden die Stürme im Herbst an dem Wrack nichts mehr übrig lassen. Gut, das Auto hätte ich schon mal. Mitfahrer hatte ich dann auf einmal auch.

Beim Beachvolleyball am Vorabend hatte ich ich mal einfach so in die Runde gefragt, wer denn Bock hätte mitzukommen. Ein Auto, fünf Sitze, ein bisschen Frachtgut kann da ja immernoch mit. Also warum nicht ein bisschen Kosten sparen.
Erstmal war ich verblüfft auf wieviel Unwissen ist stieß. Kein Vorwurf, echt nicht, aber irgendwie hatte ich ja noch in meinem Hinterkopf, dass ich nur wegen dem Schiff auf die Insel gekommen bin (Asche über mein Haupt, ein Glück hab ich schnell gemerkt, dass es bedeutend Schöneres auf der Insel gibt). Als ich dann allen die komplette Lebensgeschichte des Schiffes erzählt hatte, und dass ich auch noch so ein bisschen rumfahren (was sich im Nachhinein als goldrichtig heraus stellte) wollte, hatte ich dann auf einmal die Hütte voll. 2 Mädels, 3 Jungs und ich hatte ja nicht mal eine Ahnung wie das Auto überhaupt aussah. Zum Glück war es kein Twingo, das hätte doch etwas komplizierter werden können.

Mit dem Bus gings dann erstmal nach Costa Calma. Unser kleines Grüppchen wurde dort erstmal aufgeteilt. Auf Fuerte nichts besonderes, wenn der Bus voll ist, dann wird halt die Tür zugemacht. In einer halben Stunde kommt schon wieder einer. Nett ist immer auch der Hinweis an den Bushaltestellen: Die Abfahrtszeiten sind nur eine grobe Richtlinie, 10 Minuten davor bzw. 10 Minuten danach sollte man immer einplanen.
In Costa Calma gings dann erstmal wieder ohne Plan auf die Suche nach meinem Auto. Wir hatten uns dafür entschieden einfach an der Hauptstraße entlang in die Stadt zu laufen. Ok, es war eine Landstraße und die Spanier sind natürlich nicht gerade für ihren rücksichtsvollen Fahrstil bekannt. Das haben wir dann auch gemerkt, als wir mindestens 3 Katzenleichen gefunden hatten. Die Agency war dann auch schnell gefunden. Anscheinend wartete dort wirklich das letzte Auto der ganzen Insel auf mich. Den Schlüssel bekam ich in die Hand gedrückt, nachdem ich noch eine Kaution von 100€ dagelassen hab, und wurde dann schnell abgewimmelt. Wo die Karre steht, keine Ahnung? Ok, dann suchen wir die Möhre doch mal:

Es muss ein lustiges Bild gewesen sein: Jemand läuft mit einem Schlüssel über einen riesen großen Einkaufszentrumsparkplatz, wild auf dem Schlüssel rumdrückend, in der Hoffnung irgendwo irgendwas blinken oder aufleuchtend sehen. Nach 10 Minuten hatten wir das Auto dann gefunden: Ein Seat Cordoba, neueste Modell... nicht schlecht.

Meine Freude war nach 5 Sekunden am Boden, als ich sah, dass er auf einem platten Reifen stand. Ein Glück war die Tanke nebendran und der Reifen nicht kaputt, so dass ich daen Pneu schnell wieder aufpumpen konnte. Das Kühlwasser war zwar schlichtweg nicht vorhanden (was sich auch an der Tanke auffüllen lies) dafür aber der Tank voll. Und sogar eine Klimaanlage war vorhanden! Da hat es dann fast auch überhaupt nicht gestört, dass die Lenkung bei jedem Volleinschlag gequietscht und geknarzt hat, als würde sie gleich auseinander fallen. Naja, anscheinend hatte da jemand man die Geländetauglichkeit des Seats auf die harte Tour ausprobiert.

08170007.JPG

Über die Insel gings aber wunderbar, die Klimaanlage machte die Fahrt echt angenehm, und die Straßen sind mal gar nicht sooo schlecht. Wenn man schon durch Ländern wie Ungarn oder Kroatien gefahren ist und Serpentinen in der Schweiz oder Österreich erklommen hat, kein Stress.
Hupen vor engen Kurven schadet nie, und der erste Gang ist an Steigungen nunmal die erste Wahl, gerade wenn man eine hoffnungslos untermotorisierte 75PS-Gurke mit 5 Mann und Gepäck beladen die Berge raufprügelt. Aber es geht :D

Der Weg war kein Problem, wir hatten exellentes Kartenmaterial. Das Militärschutzgebiet, in dem das Wrack liegt war auch gut passierbar und solange man wirklich sehr langsam fährt kommt man auch gut über die Buckelpiste drüber. 45 Minuten sollte man aber schon rechnen, wenn man nicht gerade ein Jeep hat.
Übringens immer wieder richtig deprimierend, wenn die Geländewagen an einem vorbeipreschen und man seine liebe Mühe hat, mit seinem Auto jeden Stein zu umfahren.

08170005.JPG

Allerdings wird man dann mit einem Anblick belohnt, der wirklich alles schlägt. Ich lass einfach mal Bilder sprechen. Fan des Schiffes muss ich sicher nicht die Seiten www.american-star.de und den passenden Wikipedia-Artikel ans Herz legen, alle anderen sollten sich den echt mal durchlesen. Ich lass einfach mal Bilder sprechen.

08170011.JPG08170016.JPG08170018.JPG08170022.JPG08170028.JPG08170039.JPG08170041.JPG08170056.JPG


Dann gings weiter: Erstmal zurück über die Buckelpiste, gings dann wieder zurück auf die Serpentinen. Irgendwann wollten sich meine Mitfahrer mal die Beine vertreten, und wir haben an einem Ausblicksfelsen eine kleine Pause eingelegt. Auch davon mal ein paar Impressionen:

08170063.JPG08170066.JPG08170069.JPG


Weiter gings dann in die ehemalige Hauptstadt der Insel: Betancuria.

08170090.JPG08170093.JPG

Danach waren wir dann so platt, dass es schnurstracks nach Hause ging. Die Mädels wurden am Hotel ausgesetzt und das Auto noch schnell zurückgebracht.

08170100.JPG08170101.JPG

Abends haben wir uns dann alle nochmal im Hotel getroffen, Bilder und Adresse getauscht und mal den Tag noch bei ein paar Cocktails ausklingen lassen.

Weiter mit 5

3 - Over the hills and far away - Gran Tarajal

Es geschehen wohl doch noch Wunder!
Am nächsten Tag hatte ich nach dem Frühstück eine Nachricht auf meinem Fernseher. Jaha, richtig gehört. Auf meinem Fernseher! Dieses Maschinchen konnte übrigens noch mehr: Man konnte seine Zimmerrechnung jederzeit einsehen und Getränke bestellen. Diese Hotelfernseher werden irgendwann mal sogar die Putzfrau ersetzen, da bin ich mir sicher ^^

Aber mal zurück zu dem Wunder: Ich hatte tatsächlich ein Auto bekommen *freu*
Einziger Haken an der Sache: Der Kahn stand im Nachbar-Nachbar-Dorf, was bei einer doch eher spärlich besiedelten Insel eine Entfernung von knappen 30 Kilometern bedeutet. Meine Hotelanlage lag in Las Playitas und das Auto stand an der Costa Calma mit einem der Touristikzentren auf Fuerteventura. Naja, kommen wir schon irgendwie hin, haben wir ja alles schon schlimmer erwartet, erstmal froh sein, dass überhaupt ein Auto frei ist.

Nach dem Frühstück gings dann erstmal sportlich weiter. Hinter meinem Appartment erstreckte sich eine kleine Hügellandschaft, hinter der ich irgendwo "Gran Tarajal" vermutete. Ein Ort, dem im Gegensatz zum Corralejo im Norden, Costa Calma im Süd-Osten und Jandia/Morro Jable im Süden ein Wohnort für die Einheimischen ist. Und das wollte ich ja sehen. Also einfach mal ohne Plan und mit viel Wasser (es war ein verdammt heißer Tag) auf den Weg gemacht.

08160013.JPG08160015.JPG

Als erstes bin ich nach einem kleinen Anstieg wieder ein Stück herabgestiegen. Ein kleines Fischerboot hatte meine Aufmerksamkeit erregt. Ein Fischer war wohl anscheinend an den Felsen auf Grund gelaufen und hatte das Schiff aufgegeben. Es war stark beschädigt und die Wellen waren gerade dabei es nach allen Regeln der Brachialkunst auseinanderzunehmen. Ich war aber wohl nicht der erste, der es entdeckte: Irgendjemand hatte sich vorher schon daran gemacht, dass Schiff bis auf das Holz auszuschlachten und alles was man noch gebrauchen konnte, rüber nach Gran Tarajal zu tragen. Ich machte ein paar Fotos und als ich drei Tage später wieder vorbeikam, war nur noch das Gerippe zu sehen.

08160019.JPG08160021.JPG

Weiter ging es mit meinem Aufstieg bis auf den höchsten Punkt, wo ein fanastischen Ausblick über die Insel, meine Hotelanlage und das Meer auf mich wartete. Ab da sah ich dann auch schon Gran Tarajal. Irgendwie ein großartiger Anblick: Die ganze Insel hat diesen warmen Braunton und mitten drin blitz dann ein schneeweißes Dorf auf.

08160039.JPG08160041.JPG08160027.JPG08160036.JPG

Der Weg war eigentlich nicht so schwer, schon gar nicht für jemanden, der mindestens schon fünf mal in die Schweiz gefahren ist, nur um dort jeden Berg zu besteigen, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Problem war nur, dass ich die absolut falschen Schuhe anhatte und mein Wasser so langsam zu neige ging. 3 Liter Wasser hatte ich in knapp 2 Stunden leergetrunken. Ein ungutes Gefühl, das gebe ich zu.
Gran Tarajal erwies sich dann aber wenigstens als echte Belohnung: Keine halbnackten Touris, keine Souvenirshops und keine riesigen Hotels. Dafür ein echter Hafen, in dem man mal das alltägliche Leben sehen konnte und nicht so Ausflugsdampfer-Startpunkt. Ein kleiner Plausch mit einer einheimischen Familie war auch noch drin, die fragte ob ich mich verlaufen hatte. Sah ich denn wirklich so hilflos aus? :D

08160051.JPG08160051.JPG

Zurück gings dann aber doch schnell, ich wusste ja, dass ich nochmal über die Berge muss. War auch genau der richtige Zeitpunkt. Länger hätte ich es in der Hitze nicht ausgehalten. Die Fotos beweisen auch, wie fertig ich war.

08160062.JPG

Ok, so fertig war ich dann doch nicht, denn ich bin dann gleich mal nach einer kräftigen Dusche und gefühlten zwei Kanistern Wasser zum Beachvolleyballspielen gegangen. Hier hab ich dann nochmal ordentlich Bälle übers Netz geschubst und den Abend gemütlich ausklingen lassen.


Weiter mit 4

2 - Sport ist Mord! Animation im Hotel auf Fuerteventura

Aufgewacht, hö? Wo bin ich? Ach, ja richtig. Uuuuuuuurlaub!
Erstmal ausschlafen (gilt 8:30 schon als Langschläfer? Hey, immerhin will ich doch nicht meinen Urlaub verschlafen!) und Essen gegangen. Und da konnte man wirklich nicht meckern: Ein Buffet, wie es in einem 4-Sterne Restaurant sein soll. Dazu die Möglichkeit, das Essen auch draussen am Pool zu genießen. Man kommt sich da am ersten Tag schon ein bisschen schlecht vor. Gerade als junger Bursche, der die Hotelangestellten flitzen lässt, nur weil man doch gerne ein Glas Orangensaft mehr haben möchte. Egal, man gewöhnt sich dran.

Nach dem Essen musste erstmal Wasser besorgt werden. Tja, das kannte ich ja noch von meinen Reisen mit meiner Oma zusammen an die Spanische-Festland-Küste: Wasser gibts nicht aus der Leitung, sondern aus Kanistern. Und das nicht nur für Trinken. Auch das Zähneputzen sollte man lieber nicht mit Wasser aus der Leitung machen. Sagen wirs mal so: Für alles was übers duschen hinausgeht, nimmt man besser die Kanister.
Die Preispolitik im Supermarkt versteht auch keiner: Eine 1-Liter Flasche Wasser: 1,20€ und ein 5-Liter Kanister Wasser: 1,40€. oO? Nagut, wer ja nicht so schlimm gewesen, wenn die Wasserflaschen nicht auch noch gekauft wurden. Naja, ok.. erbarm ich mich eben und kauf im Gegensatz die Kanister ^^

08150001.JPG

Weiter gings dann erstmal sportlich: Da muss ich etwas ausholen: Ich bin ja nicht gerade der sportlichste Mensch auf dieser Welt, aber irgendwie drehe ich im Urlaub auf. Andere machen das wohl genau umgekehrt, bei mir gibts nichts besseres als den ganzen Tag Beachvolleyball, Schwimmen, Pool-Handball, Radl-fahren. Ja, ich weiß: Komisch. Aber dank Animationsprogramm, hatte ich keinerlei Probleme meinen Sportdrang auszuleben.

Erstmal gings zum Wasserball: Mein Team bestand zwar mehr aus Kindern, dafür war das Durchschnittsalter der anderen Mannschaft deutlich höher. Man könnte sagen: Kinder gegen Erwachsene. Ob ich dann im falschen Team war, öhm.. könnte sein :D Aber auf jeden Fall waren wir siegreich, und ich bekam am gleichen Abend noch ein "Diploma di Waterpolo" als Anerkennung. Ob ich das mal meinen Professoren hier an der Uni zeigen soll? Vielleicht brauch ich ja dann gar keine Prüfungen mehr zu schreiben, mein Diplom hab ich ja schon.


08140028.JPG

Achja.. was ich noch bekam ich ausser der Urkunde: Sonnenbrand. Fuerteventura ist eine hinterhältige Insel. Wie der Name schon sagt (Fuerte Ventura = starker Wind) bläst über die ganze Insel eine richtig steife Briese.
Nicht, dass es kalt wäre, es ist sogar sehr angenehm. Aber dadurch merkt man einfach nicht, wie stark die Sonne wirklich ist. Und so hat man schneller einen Sonnenbrand als man schaun kann.
Ein Glück hatte der Supermarkt ein großes Arsenal an After-Sun Lotionen. Mhm, warum wohl :D Jedenfalls hab ich gesprüht wie ein Weltmeister und hatte den Sonnenbrand (auch mit Hilfe von Fenistil, dass ich mal vorsorglich mitgenommen hatte) auch relativ schnell wieder im Griff.

Also aufpassen: Lichtschutzfaktor zweistellig ist Pflicht daunten, braun wird man trotzdem, keine Angst!

Danach gings dann für eine längere Zeit an die Rezeption. Ihr errinert euch noch? Ich wollte ja eigentlich zur "American Star" fahren. Da man da mit dem Rad leider sehr schlecht hinkommt, musste ich also irgendwie ein Auto herkommen.
Und da ich ja mit Reisen wirklich noch keine großen Erfahrungen hattel, bin ich einfach mal in die Lobby geschlappt und hab mit der Dame dort man etwas geplaudert. Schnell war klar, dass sie mich für verrückt hielt, in der Hauptsaison innerhalb von einem Tag ein Auto mieten zu wollen. Möglichst natürlich auch noch mit Klimaanlaga.
Ich wurde auch immer kleiner und bin fast hinter dem Tisch verschwunden, als sie mir sagte, dass jedes Auto was sie auftreiben könne, an ein Wunder grenzen würde. Nach einer Minute war ich von meinem Wünschen "Klima, möglichst geländetauglich, komfortabel, wenns geht Automatik" bei "4 Räder und möglichst fahrbereit" angelangt. Sie hat mich dann mit einem Gesichtausdruck, den ich so zwischen "Vergessen's sie!" und "Tut mir leid" einordne, auf mein Zimmer geschickt. Ich sollte einfach morgen nochmal vorbei kommen.

Weiter mit 3

1 - Abflug und Ankunft auf Fuerteventura

Was tut man also, wenn man umbedingt auf eine Insel will, aber im Prinzip überhaupt keine Ahnung vom Reisen hat? Richtig: Erstmal ins Blaue drauf los buchen und das Beste hoffen :D

Ich hatte wirklich noch nie eine Reise selber geplant und meine Auslandserfahrung beschränkte sich bis jetzt immer auf das gute alte: "Ich setze mich zu Mama und Papa ins Auto und wir fahren nach Italien/an die Nordsee". Einmal war ich mit Freunden nach Kroatien gefahren, doch auch hier beschränkte sich meine Aufgabe auf das Lenken meines Auto, möglichst so, dass ich meinen Vordermann nicht verliere.

Also rein ins Vergnügen: Gebucht habe ich über das Internet, mit dem Reisebüro hatte ich keine Erfahrung und ausserdem sagte mir sowieso jeder, dass ich günstiger mit den Onlineangeboten fahre. Durchgeklickt habe ich solche Portale wie Expedia, reise.com und weg.de habe mich dann aber doch für reise-checker.de entschieden, das mir durch fleißiges Milch-trinken ein 100€ Reisegutschein in die Hände gefallen ist (eine klassische Win-Win Situation, sagt der Fachmann *g*).
Gebucht war schnell, die Bestätigung kam auch fix, bezahlt und gefreut.

Und da die Münchner S-Bahn von meiner Wohnung fast eine Stunde zum Flughafen Franz-Joseph-Strauß (MUC) braucht, konnte ich meine Vorfreude wirklich maximalst ausnutzen.
Geflogen bin ich mit Futura. Zuschauer von sonnenklar.tv (zu denen ich mich ja auch zähle) kennen diese Airline sicher schon: Und ich muss sagen: Top! Am Anfang hatte ich auch Bedenken, zumal jeder in meinem Bekanntenkreis allen Fluggesellschaften ausser Lufthansa und LTU sogar absolute Fluguntauglichkeit bescheinigt, aber man konnte nicht meckern: Zu essen gibts natürlich nix (gna, bei 4 Stunden Flug ist das aber überlebbar) und die Maschinen sind top in Ordnung.
Auch wenn sie Menschen über 1,85m einfach keinen Platz lassen. Denkt nicht mal daran, irgendwie in dieser Maschine bequem zu sitzen :) Der Pilot hat in guter alter Frachtpilotmanier, kurz vor FUE, nochmal so eine richtig 180° Kurve geflogen, so dass die Passagiere auf der linken Seite nichts als Meer und die auf der rechten nur den Himmel gesehen haben. Was jetzt besser ist weiß ich nicht, die volle Aufmerksamkeit seiner Passagiere hatte der Pilot auf jeden Fall ^^.

Gelandet und mich Gepäck in der Hand hab ich dann dann das erste Bild von der Insel geschossen:

08140005.JPG


Erstmal gings dann mit dem Bus über die Insel zu meiner Hotelanlage. Auch hier hatte ich eine Premiere: Bungalows und Ferienhäuser, die kannte ich ja zu genüge. Meine Eltern sind grundsätzlich nur in solche Anlagen gefahren. In einem Hotel war ich noch nie im Ausland.

Gewohnt habe ich im Bahia-Grande, im "Playitas Grand Resort". Die Anlage, erst ein Jahr alt (und noch nicht vollständig fertig zu meinem Zeitpunkt) erreichte ich nach einer dreiviertel Stunde. Mein Koffer allerdings nicht. Schade, denn so musste ich den Moment des "Ahhh... endlich Urlaub"-Gefühls um ein paar Stunden nach hinten schieben. Was folgte war eine vierstündige Suche nach meinem Gepäck (ein Glück hatte ich vorsorglich alles Wichtige und Unersetzliche [also alles ausser Klamotten und Zahnbürste] in meinem Rucksack verstaut). Gefunden habe ich den verschollenen Koffer dann später im Nachbarhotel, wo er in einem Zimmer wartete, das ebenfalls auf meinen Namen gebucht war.
Ja, richtig gelesen, ich hatte zwei Zimmer, eins in meinem Hotel (Bahia Grande) und eins im Schwesterhotel (Cala del Sol). Tja, und wer hatte Angst davor, bei Onlinebuchungen steht man nachher ohne Zimmer in Spanien? Falsch, ich hatte gleich zwei Zimmer. :D
Hat mir zwar nix gebracht, aber immerhin konnte ich mir das Schönste aussuchen. Da habe ich natürlich gleich das Familienzimmer *hust* genommen: Mit zwei Ebenen, extra großem Bad, Sitzecke und Meerblick. Man gönnt sich ja sonst nichts.
Ein paar Bilder von der Anlage gefälligt?

08140008.JPG08140009.JPG08140010.JPG08140012.JPG08140014.JPG08140016.JPG08140017.JPG08140018.JPG08140021.JPG

Dann wurde erstmal das Meer in Augenschein genommen. Ok, wir errinern uns kurz an den Wikipedia-Artikel? *denk*

Fuerteventura ist die älteste Insel der Kanaren; sie entstand vor etwa 20,6 Millionen Jahren und ist vulkanischen Ursprungs.

Vulkan = schwarzes Gestein. Man muss sich das so vorstellen: Die Nord und Südspitze der Insel haben weiße Strände, genau so wie auch große Teile der Westküste. Das liegt vor allen an dem Sahara-Sand, der von Afrika mit dem Passat-Winden rüber getragen wird. An meinem Strand, kam der "ursprüngliche" Strand zum Vorschein: Und der ist schwarz. Das gefällt sicher nicht jedem auf Anhieb, aber es hat durchaus seinen Charme. Am Anfang empfindet man den Strand (der wirklich genau das Gegenteil von der Farbe her zu den karibischen Stränden ist, die ich ja nur von Bildern kenne: Schwarzer Sand und dunkelblaues Meer) als dreckig und steinig. Das kommt aber wirklich nur von der Farbe her, der Sand ist absolut feinkörnig, und dreckig wäre eine Beleidigung. Aber ein paar Bilder können hier sicher mehr Überzeugungsarbeit leisten:

08140024.JPG08140025.JPG08140028.JPG08140036.JPG08140038.JPG08140044.JPG

Das Angenehme an dieser doch recht kargen Insel (das stört einen aber wirklich nur auf der Fahrt zum Hotel, danach weiß man die Schönheit der Insel erst richtig zu schätzen) ist, dass Insekten echte Mangelware sind. Das Autan konnte den ganzen Urlaub lang in meinem Koffer bleiben. Dafür sieht man diese Kollegen hier doch etwas öfters:

08140048.jpg

Eidechsen. Wirklich putzig (und irgendwie erschreckend zutrauliche!) Tiere. Dann bin ich am ersten Tag nur noch schnell essen gegangen und hab noch ein paar Fotos gemacht. Mehr war nicht drin, bevor ich totmüde ins Bett gefallen bin.

Weiter mit 2

Fuerteventura - Reisebericht

Im Sommer 2006 kam nach meinem Fachpraktikum für mein Studium mein lange erwarteter erster Urlaub. Also nix wie rein ins Flugzeug und die schöne Insel "Fuerteventura" unsicher gemacht.

Aufmerksam auf diese Perle des kanarischen Archipels bin ich durch ein Wikipedia-Eintrag geworden. Nämlich den der "American Star": Einem Luxusliner der alten Klasse, der als Wrack vor der Küste der Insel vor sich hin rostet. Die Bilder haben mich derart fasziniert, dass ich sofort wusste: "Da musst du hin!"

Gebucht habe ich ein 4-Sterne Hotel in Las Playitas an der Ostküste der Insel. Man kann sagen, so ziemlich genau auf halber Höhe zwischen Puerto del Rosario und der Costa Calma.

Und so kam, dass ein altes kaputtes Schiff mich dazu ermuntert hat, die Welt zu entdecken!
Auf dieser Seite könnt ihr euch durch die einzelnen Tage klicken.

1 - Abflug und Ankunft auf Fuerteventura

2 - Sport ist Mord! Animation im Hotel auf Fuerteventura

3 - Over the hills and far away - Gran Tarajal

4 - American Star, Schiffwrack vor den kanarischen Inseln

5 - Fahrradtour auf Fuerteventura - Müsste das nicht irgendwann mal bergab gehen?

6 - Nachtfotos, Frauen und alte Tankwägen & Fazit


mfg phil

Über Juni 2007

Diese Seite enthält alle "killerwal.com | Reiseberichte | Paris, Tunesien Djerba, Fuerteventura"-Einträge in Juni 2007. Sie sind in chronologischer Reihenfolge angeordnet.

Oktober 2007 ist das nächste Archiv.

Viele weitere Einträge finden Sie auf der Hauptseite und im Archiv.

Powered by
Movable Type 3.35