Ryanair startet 2013 sechs Verbindungen ab dem Flughafen Nürnberg
Die irische Billigairline Ryanair wird ab April 2013 den Flughafen Nürnberg an ihr Streckennetz anbinden. Dieser Ausbau zeigt mal wieder den aktuellen Trend ganz deutlich: Statt Flughäfen in der Pampa mit wohlklingenden Namen von nahe- oder fernliegenden Städten zu schmücken um Fluggäste zu langen Anfahrten zu locken, werden vermehrt die großen Hauptstadtairports angeflogen. Nach zuletzt Köln-Bonn und Leipzig bekommt nun der Norden von Bayern endlich einen Anschluss an die Billigfliegerei.
Bei den Strecken hat CEO Michael O’Leary wieder tief in die Warmwasserkiste gegriffen: Dreimal pro Woche werden Malaga und Alicante in Spanien, Pisa in Italien und Porto im nördlichen Portugal angeflogen. Immerhin zweimal pro Woche geht es nach Cagliari, der Hauptstadt vom Sardinien. Obligatorisch, und auch nicht weiter verwunderlich, ist der Anschluss an den Flughafen Stansted, zu dem die Flieger an jedem Wochentag abheben werden.
Aus meiner Sicht kommt dieser Start in Nürnberg nicht ganz so überraschend, wie man meinen würde. Zum einen war dieser geografische Fleck bisher noch nie richtig an das Streckennetz angeschlossen. Zum anderen bietet der Flughafen Nürnberg im Moment die besten Voraussetzungen für Verhandlungen mit Ryanair: Er macht gewaltige Verluste und kämpft mit sinkenden Passagierzahlen.
Für dieses Jahr wird vor Ort ein Defizit von 7,0 Mio Euro erwartet, im nächsten Jahr soll das Minus sogar auf 8,4 Mio. Euro steigen. Besonders die finanziellen Probleme von Airberlin und deren geplante Verlagerung des Geschäfts zum zukünftigen Berliner Flughafen könnte Nürnberg noch schwer zu schaffen machen. Bisher war genau diese Gesellschaft für die etwa die Hälfte des Passagieraufkommens verantwortlich. In der aktuellen Situation ein wackeliges Standbein.
Mit den geplanten sechs Verbindungen scheint für beide Vertragsseiten ein guter Deal geglückt: Laut eigener Aussage bemühte sich Ryanair schon seit langem um einen Zugang zum fränkischen Airport. Nürnberg hingehen könnte mit dem neuen Partner das Segment der Billigtouristen erschließen, die sonst den Flughafen Nürnberg nur von ihrer Sommer-Pauschalreise kennen.
Für mich ist der Flughafen natürlich auch interessanter geworden: Von Augsburg ist Nürnberg eine durchaus gute Alternative. Auch wenn Memmingen sowohl von der Anfahrtszeit von mir zu Hause als auch von den kurzen Wegen vom Auto ins Flugzeug unschlagbar ist.