Schummelt Ryanair beim Gewicht seiner Flugzeuge?
Der aktuelle Vorwurf der Nachrichtenseite airliners.de wirft mal wieder ein ganz anderes Licht auf die Billigairline Ryanair und deren Geschäftspraxis.
Den Iren traute man bisher alles zu: Gebühren für große Gepäckstücke, Gebühren für den Check-In daheim und natürlich auch Gebühren für’s Bezahlen mit manchen Kreditkarten. Gäbe es eine olympische Disziplin im Cross-Selling, so hätte Ryanair definitiv Chancen auf die Goldmedaille. Aber auch im Sparen ist man in der Firmenzentrale in Dublin ganz große Klasse: Niedrige Turn-Around Zeiten und so wenig Sprit im Tank wie möglich sind Bestandteile des Erfolgskonzeptes des billigen Fliegens. Nach Informationen von airliners.de hat man nun noch eine ganz andere Geldquelle entdeckt: So soll kräftig beim Gewicht der Flugzeuge geschummelt worden sein.

Nach Informationen von airliners.de verpasst Ryanair seinen Flugzeugen eine virtuelle Verschlankungskur, sodass die Maschinen vom Typ Boeing 737-800 auf dem Papier gut acht Tonnen weniger als real wiegen. Statt 74.990kg gab Ryanair ein einheitliches maximales Startgewicht von 67 Tonnen an. Ein großer Unterschied, denn nach dieser Masse berechnen sich die Lande-, Park- und Sicherheitsgebühren der entsprechenden Flughäfen. Glaubt man den Informationen des Artikels, so könnte beim Bestätigen dieser Vorwürfe eine Forderung in zweistelliger Millionenhöhe auf Ryanair zukommen.
Eine noch detailliertere Aufschlüsselung dieses Vorfalls findet man auf der Seite cargoforwarder.eu. Dort spricht der Artikel bereits von durchgeführten Stichproben auf dem Flughafen Frankfurt-Hahn, in denen das angegebene Gewicht der Flieger um bis zu 8 Tonnen überschritten wurde. Durch diese ungewöhnliche Diät der Flugzeuge ergäbe sich eine “Ersparnis” von 17€ pro Start von einem deutschen Flughafen. Auf den ersten Blick erscheint diese Zahl recht klein und unbedeutend. Bei einer Flotte von 298 Maschinen, die alle mehr als nur einen Flug pro Tag durchführen, dürfte aber ein nettes Sümmchen zusammen kommen. Zumal sowohl die Seite airliners.de als auch cargoforwarder.eu keine Angaben machen, wie lange Ryanair diese Praktik bereits betreiben soll.
Schauen wir mal, ob an den Vorwürfe was dran ist. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden!
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